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WAZ DerWesten vom 24.08.2009

Guildo macht mächtig Wirbel


von Jens Helmecke

Beinharte Manfred-Mann-Fans fangen an zu schunkeln und fragen sich, „was mache ich hier?” Die Erklärung, simpel: Beim 5. Seegeflüster im Freibad am Hengsteysee ließen sich am Samstag 4000 Besucher von Guildo Horn begeistern, der vor den Musikurgesteinen aus England auftrat. Mit einem Schrecken vor dem Start ging es los, als in der Nacht zu Freitag das Unwetter die Bühne ins Wanken brachte und der Wind das Dach abdeckte. Danach durften sich die insgesamt gut 8000 Besucher an den drei Tagen über bestes Open-Air-Wetter freuen. Und am Ende strahlten auch die Organisatoren und der Veranstalter, die Hagener Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (HVG), über das gelungene Festival. Auch wenn der Freitagabend mit „Sasha” als Star weniger Publikum lockte als erwartet. Nur 3000 Menschen trotz des Eintrittspreises von 25 € — sonst ist der frühere Dortmunder auf seiner Tour eher für knapp den doppelten Preis zu sehen. Dass für den Samstag deutlich mehr Karten abgesetzt wurden, wundert eigentlich nicht. Hunderte Tickets wurden allein in Hagen auf den letzten Drücker noch verkauft - der „Meister” lockte. Guildo Horn kam nach 2007 zum zweiten Mal zum Seegeflüster und räumte mit seinen Schlagercovern richtig ab. „17 Jahr', blondes Haar...” oder „Wunder gibt es immer wieder...” - und das kleine Wunder passierte. Das Publikum ließ sich von der ersten Minute an vom Entertainer anstecken und sang mit, klatschte, machte einfach alles, was der „Meister” vorgab - eben sogar schunkeln. Horn hat offenbar eine feste Fangemeinde in Hagen gefunden und verspricht, wieder zum Seegeflüster zu kommen. Für einen Monat zieht er sogar in eine kleine Zweizimmerwohnung in der Volmestadt, um für die Proben von „Into the woods” bis zur Premiere am 3. Oktober pendeln zu können. Man wird ihn also vielleicht auch mal im Biergarten treffen. Wahrscheinlich verzichtet er dann aber auf seinen türkisfarbenen Breitcordshort. Nach dem begeisternden Auftritt tat sich sogar Manfred Mann's Earthband ein bisschen schwer, die Stimmung zu halten. Die glänzenden Musiker um Gitarrist Mick Rogers und Manfred Mann an den Keyboards holten sich ihre Fans dann über Hits wie „Davy's on the road again” , „Spirits in the night” und dem Dylan-Song Migthy Quinn ab.